Amnesty Briefmarathon

D. Smolka mit SchülerInnen aus den teilnehmenden Klassen
D. Smolka mit SchülerInnen aus den teilnehmenden Klassen

Amnesty-Aktion im Zeichen der Menschenrechte

Briefeschreiben kann Leben retten – das zeigt die Aktion von Amnesty International für Menschen in Not und Gefahr, die jedes Jahr anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember gestartet wird. Zum dritten Mal nahmen nun Liebfrauenschüler am sogenannten „Amnesty Briefmarathon“ teil.

Dabei schreiben hunderttausende Menschen in allen Teilen der Welt Millionen Briefe, darunter auch 67 Schüler der Klassen 9b, 9c und 10a unter Anleitung ihrer Politiklehrerin Daniela Smolka. Sie drücken darin ihre Solidarität mit Menschen aus, protestieren gegen Menschenrechtsverletzungen und appellieren an Regierungen unterschiedlicher Staaten, die Menschenrechte zu achten.

Die Schüler entschieden sich mehrheitlich, zwei Personen zu unterstützen. Tadjadine Mahamat Babouri, genannt „Mahadine“ ist ein Blogger aus dem Tschad, der im September 2016 auf Facebook mehrere Videos postete, in denen er die im Land herrschende Korruption und Misswirtschaft mit öffentlichen Geldern kritisierte. Kurz darauf wurde er verhaftet und gefoltert. Im Gefängnis erkrankte er an Tuberkulose, die offensichtlich nur unzureichend behandelt wird. In den Protestbriefen wird seine Entlassung gefordert.

Daneben engagierten sich die Schüler für die Jamaikanerin Shackelia Jackson, deren Bruder Nakiea Jackson im Januar 2014 durch Polizeigewalt zu Tode kam, weil er durch seine Rastafrisur einem Verdächtigen ähnelte. Shackelia Jackson versucht, die Todesumstände aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, wird jedoch von der Polizei eingeschüchtert und schikaniert.

Ob im letzten Jahr der Einsatz für die Albinismus leidende Schüler Annie Alfred in Malawi erfolgreich war, konnte leider nicht in Erfahrung gebracht werden. Dass der Briefmarathon jedoch wirkt, zeigt das Beispiel von Fred Bauma und Yves Makwambala. Lehrerin Karin Vahlenkamp hatte sich mit ihrer Klasse im Jahr 2015 für die beiden jungen Männer aus der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt, die wegen friedlicher politischer Aktivitäten verhaftet, aber dann ein Jahr später durch das Amnesty-Engagement aus der Haft entlassen wurden. Und obwohl die Kollegin zur Zeit in Elternzeit weilt, ging sie auch in diesem Jahr mit gutem Beispiel voran, kam zu einem Kurzbesuch in die Schule und steuerte zwei Protestschreiben zum Briefmarathon bei.

Organisatorin Daniela Smolka dankt allen, die sich mit insgesamt 86 handschriftlichen Briefen an der Aktion beteiligt haben und betont: „Hunderttausende von Briefen kann man nicht ignorieren und zwingen Verantwortliche zum Handeln. Hoffen wir, dass wir möglichst viel bewirken können!“

Text und Foto: Daniela Smolka