Amnesty Briefmarathon

Schüler aus verschiedenen Klassen präsentieren gemeinsam mit Lehrerin Daniela Smolka (rechts) eine Vielzahl von Briefen, die für den Amnesty Briefmarathon angefertigt wurden.
Schüler aus verschiedenen Klassen präsentieren gemeinsam mit Lehrerin Daniela Smolka (rechts) eine Vielzahl von Briefen, die für den Amnesty Briefmarathon angefertigt wurden.

Menschenrechte feiern 70. Geburtstag

Liebfrauenschüler engagieren sich gegen Menschenrechtsverletzungen

Am 10. Dezember jährte sich der Tag, an dem die UNO vor 70 Jahren die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ verkündete. Bis heute jedoch gibt es weltweit eine Vielzahl von Verstößen zu beklagen. Dagegen protestierte in der Vorweihnachtszeit eine Reihe von Liebfrauenschülern, indem sie wie im Vorjahr am „Amnesty Briefmarathon“ teilnahmen.

Hunderttausende Menschen schreiben Millionen von Briefen, darin drücken sie ihre Solidarität mit Menschen aus und rufen Regierungen unterschiedlicher Staaten auf, die Menschenrechte einzuhalten.

In diesem Jahr unterstützen die Schüler vier Frauen, deren Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

In Venezuela arbeitete Geraldine Chacón mit Jugendlichen in den Armenviertelen von Caracas. Wegen angeblichen Kontakts zu regierungsfeindlichen Gruppen wurde sie für vier Monate inhaftiert. Inzwischen ist sie zwar unter Auflagen frei, muss aber jederzeit mit einer erneuten Festnahme rechnen.

Die Ukrainerin Vitalina Koval engagiert sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen. Bei einer friedlichen Demonstration wurde sie von Rechtsextremen angegriffen und verletzt.

Atena Daemi aus dem Iran forderte mit friedlichen Mitteln in sozialen Medien und bei einer Demonstration die Abschaffung der Todesstrafe in ihrem Heimatland Iran. Dafür ist sie zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Gesundheitszustand hat sich in der Haft dramatisch verschlechtert, sie erhält jedoch keine angemessene Gesundheitsversorgung.

Außerdem engagierten sich die Schüler auch für Nonhle Mbuthuma, die in Südafrika für Landrechte kämpft. Ihr Leben ist in Gefahr, weil sie sich gegen ein Bergbauunternehmen wehrt, das Titan auf dem Land der Amadiba abbauen will.

Insgesamt kamen 96 handschriftliche Protestschreiben zusammen, die unter Begleitung der Lehrer Christoph Ihmenkamp, Karin Vahlenkamp, Anja Hermann sowie Daniela Smolka im Unterricht entstanden. Auch zahlreiche Kollegen befürworten die Aktion und unterschrieben die Protestbriefe.

Organisatorin Daniela Smolka freut sich, dass sie nun zum fünften Mal in Folge so viele Mitstreiter gefunden hat: „Die Maßnahme zeigt, dass man persönlich nur wenig investieren muss. Bei der Masse der Teilnehmer kann man aber Regierungen unter Druck setzen und zum Handeln zwingen. Das ist doch letztlich ein großartiger Erfolg, es geht schließlich um Menschenrechte!“

Text und Foto: Daniela Smolka