"Humanitäre Schule"

Die Schüler mit Lehrerin D. Smolka (4. v.r.), Lehrer H. Klemm (2. v. r.) und Vertretern des DRK.
Die Schüler mit Lehrerin D. Smolka (4. v.r.), Lehrer H. Klemm (2. v. r.) und Vertretern des DRK.

Kampagne "Humanitäre Schule"

In der Schul- und Hausordnung der Liebfrauenschule steht: „an unserer Schule soll es menschlich zugehen.“ Grund genug für die Klasse 10b der Liebfrauenschule im nun abgelaufenen Schuljahr an der Kampagne „Humanitäre Schule“ des Jugendrotkreuz teilzunehmen. Am Freitag wurde die Schule im Rahmen einer Feier in Gelsenkirchen für ihr Engagement ausgezeichnet.

Insgesamt 13 Schulen aus dem Einzugsbereich des Roten Kreuzes Westfalen-Lippe hatten an der Kampagne teilgenommen und waren mit ihren Vertretern ins Ruhrgebiet gekommen. Die Vizepräsidentin des DRK Landesverbandes Westfalen-Lippe Nilgün Özel würdigte dabei den Einsatz zahlreicher Schülerinnen und Schüler für mehr Menschlichkeit und betonte in ihrer Ansprache, dass die Wahrung humanitärer Werte nicht immer selbstverständlich sei.

Bereits im Januar hatten die Klassensprecher Josepha Eickhoff und Seraph Exner an einem Wochenende die Ausbildung zu sogenannten „Humanitären Scouts“ absolviert. In dieser Funktion leiteten sie dann im Februar den ersten Baustein der Kampagne, nämlich das Planspiel „Outface“ an, das die ganze Klassengemeinschaft an zwei Schulvormittagen – ohne Beteiligung von Lehrern – völlig selbständig durchführte. Dabei stellte die Klasse Friedensverhandlungen nach, bei denen eine humanitäre Krise gelöst wurde: Zwei fiktive Länder stritten bereits seit Jahren in einem Grenzkrieg um den Zugang zu Wasser und Bodenschätzen.

Den zweiten Baustein der Kampagne gestaltete jede Schule nach eigenen Ideen. Bei diesem sozialen Projekt sollte entweder Geld für einen wohltätigen Zweck erwirtschaftet werden oder Zeit geschenkt werden. Die Liebfrauenschüler entschieden sich für letzteres und luden im Mai die Klasse 6b zu einem Abenteuervormittag in ein Nottulner Waldgebiet ein. Mit großem Engagement bereitete eine 10köpfige Schülergruppe eine Schnitzeljagd, den Bau eines Tipis, ein Waldquiz und andere Spiele vor. Groß und Klein hatte dabei viel Spaß und insofern war der gemeinsame Ausflug eine Win-win-Situation für beide Seiten. Seraph Exner resümierte bei der Zertifizierungsfeier: „Wir haben zwar kein Geld gesammelt, aber viele Schüler glücklich gemacht mit einer Pause im Wald statt vorm Handy.“

Auch die anderen Schulen hatten kreative Projekte auf die Beine gestellt, über die man sich in einer Plakatausstellung informieren konnte, sei es der Wassereisverkauf für die Obdachlosenhilfe, ein Fußballturnier mit Migranten nach Kick-fair-Regeln oder der Einsatz von Schulsanitätern für eine benachbarte Grundschule.

Ein besonderes Schmankerl im Rahmenprogramm der Feier war der Auftritt der erfolgreichen Künstlerin Sandra da Vina, NRW-Landesmeisterin im Poetry Slam. Sie philosophierte in ihrem kurzweiligen und humorvollen Vortrag über das Menschsein und das Menschlich sein, erkannte dabei, dass das Eine und das Andere durchaus nicht zwangsläufig zusammen gehören.

Zum Abschluss der Feier wurde den Vertretern der Liebfrauenschule eine Plakette als Auszeichnung und Anerkennung ihrer Leistungen im Rahmen der Kampagne „Humanitäre Schule“ überreicht, außerdem wurden die beiden Scouts mit einer Urkunde für ihre besonderen Verdienste geehrt. Zur Feier war die Schülerdelegation, die nach der Zeugnisübergabe vor einer Woche bereits offiziell von der Schule entlassen war, mit ihrer Klassenlehrerin Daniela Smolka und dem Kollegen Harald Klemm, der das soziale Projekt begleitete, angereist. Die Schule dankt an dieser Stelle dem Förderverein für die Unterstützung bei der Fahrtkostenfinanzierung.

von Daniela Smolka