Jungen-Mädchen-Tage

Die Theatermafia beim Jungen-Mädchen-Tag
Die Theatermafia beim Jungen-Mädchen-Tag

Für die Jahrgangsstufe sechs der Liebfrauenschule fand im Juni der von Margret Ardes und Christiane Schabos organisierte Jungen- und Mädchentag statt. Es ging um die Themen Mobbing und Aggression. Und dazu bot die „Theatermafia“ perfekte Unterhaltung an, die betroffen machte.

Mit dem Besuch der „Theatermafia“, Jugendtheater im Jugendzentrum pg in Münster, startete die Liebfrauenschule in dieser Woche in ihren Jungen- und Mädchentag der Jahrgangsstufe sechs. Die junge Schauspieltruppe um die Theaterpädagogen und Deeskalationstrainer Olaf Herzog und Jan Siebenbrock arbeitete mit pädagogischem Blickwinkel gemeinsam mit den Schülern zu den Themen Mobbing und Aggression.

Dramaturgisch überzeichnet, spielte das Ensemble Szenen vom Schulhof, aus dem Unterricht, im Umgang mit Lehrern, aber auch aus alltäglichen Begegnungen Jugendlicher untereinander oder beim Streit mit den Eltern daheim. Manches begann ganz harmlos. Wie zum Beispiel der Anruf eines Vaters auf den Anrufbeantworter zum Geburtstag seines Sohnes: „Ich kann nicht kommen, aber die 300 Euro sind für dich. Vielleicht schaffe ich es ja im nächsten Jahr.“
Oder der tägliche Satz einer Mutter zur Tochter: „Du, ich habe gerade gar keine Zeit, aber Mami hat dich lieb. Bis später.“ Auch die fortwährenden Attacken, wie „Du Streber!“ oder „Welche Klamotten hast Du denn an?“ oder „Du stinkst!“ wurden gezeigt. Die Folge: Die Kälte und die Traurigkeit, die die Vergessenen und Beleidigten erleben, werden spürbar und sichtbar.
Im Theaterstück blieb es nicht mehr nur bei Beleidigungen: Verbalen Anfeindungen folgten Steinwürfe und Schläge. Auf den Gesichtern der Schüler ließen sich die Gefühle ablesen: von ungläubigem Staunen über Verängstigung bis zu sichtlichem Erschrecken. So emotional betroffen, setzten sich die Schüler anschließend in Workshops intensiv mit den in den Theaterszenen aufgezeigten Problemen auseinander.

Ziel des Tages war es, die Kinder dazu zu bringen, Hintergründe zu erfragen, verbale Aggressionen durch Zurückweichen schon im Ansatz abzuschwächen und beginnendem Streit durch Körpersprache aus dem Weg zu gehen, berichtet die Schule in ihrer Pressemitteilung. Außerdem sollten die Schüler erfahren, dass individuelle Probleme in der Schule mit Hilfe eines Netzwerkes von Beratungslehrern, Schulsozialarbeiter und Schulseelsorgerin aufgearbeitet werden können.
An dem Tag bekamen die Schüler zudem weitere Angebote durch die Klassenleitungen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Sie erfuhren zum Beispiel, wie man mit Mediation Streitsituationen lösen kann, und lernten bei Teamspielen, dass man gemeinsam und nicht gegeneinander arbeiten muss, um sein Ziel zu erreichen.

Übrigens: Der Jungen- und Mädchentag an der Liebfrauenschule wurde dankenswerterweise seitens der Gemeinde von Carola König (Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde), dem Förderverein der Schule und der Deutschen Bank, vertreten durch Karola Oostendorp, gesponsert.

von Margret Ardes und Christiane Schabos