Leben mit Einschränkungen

Leben mit Einschränkung
Leben mit Einschränkung

Gemeinsames Projekt der Liebfrauenschule und des St.-Elisabeth-Stiftes Nottuln

Wie ist es, im täglichen Leben abhängig zu sein von der Hilfe anderer Menschen? Wie fühlt es sich an, wenn die körperlichen Abläufe und Sinneswahrnehmungen zunehmend eingeschränkt werden? Das sind Fragen, die im Alltag junger Menschen noch keine Rolle spielen. Und doch betreffen sie fast jeden Menschen – sei es als Betroffener oder als Angehöriger. Vor diesem Hintergrund arbeiten die Liebfrauenschule und das St.-Elisabeth-Stift Nottuln seit Jahren im Unterrichtsprojekt „Leben mit Einschränkungen“ zusammen. Henrike Keim-Lügering vom Sozialtherapeutischen Dienst des Hauses und ihre Mitarbeiterinnen empfingen an vier Vormittagen die Schüler der 8. Klassen der Liebfrauenschule. In kleinen Gruppen wurden die Schüler durch das Haus geführt und verschiedene Aspekte des Lebens im Alter erfahrbar gemacht. Anhand eines Filmes wurden Veränderungen thematisiert, die durch die Alzheimerkrankheit bei Betroffenen und deren Angehörigen eintreten. Vor allem aber durfte – durchaus auch mit Spaß bei der Sache – am eigenen Körper erfahren werden, welche Bedeutung die Einschränkungen des Alters mit sich bringen. Die bislang selbstständige Fortbewegung kann plötzlich von einem Rollstuhl abhängig sein, das Essen geht nur mit Unterstützung und die fehlende Sehkraft schränkt die Bewegung im Alltag ein. All dies wurde den beteiligten Schülerinnen und Schülern anhand von Selbsterfahrungsübungen am eigenen Körper deutlich. Verständnis und Einfühlung zu steigern in der Begegnung zwischen Jung und Alt, das ist die eine Seite dieses Projektes. Die andere Seite ist – gleichsam als „Nebenprodukt“ – die Erweiterung des Horizontes bei der Berufswahl. Viele Schüler erleben eine Pflegeeinrichtung zum ersten Mal von innen. Die Sensibilisierung für die Berufe der Pflege ist damit ein nicht ganz unwichtiger Nebenaspekt der Veranstaltung.