Rollende Waldschule

Heimische wild lebende Tiere standen im Mittelpunkt des Besuchs der „Rollenden Waldschule“ unter der Leitung von Maria Weckendorf (hinten links). Schüler der Klasse 5a halten einige Tierpräparate in die Kamera und stellen ihr Wissen unter Beweis.
Heimische wild lebende Tiere standen im Mittelpunkt des Besuchs der „Rollenden Waldschule“ unter der Leitung von Maria Weckendorf (hinten links). Schüler der Klasse 5a halten einige Tierpräparate in die Kamera und stellen ihr Wissen unter Beweis.

Von Nestschmarotzern und tierischen Feinden

Rollende Waldschule zu Gast in der Liebfrauenschule Nottuln

Allerlei Wissenswertes im Gepäck hatte Maria Weckendorf, die wie schon viele Male zuvor im Herbst mit der „Rollenden Waldschule“ zu Gast in der Liebfrauenschule Nottuln war. Anknüpfend an den Unterricht im Fach Naturwissenschaften lernten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 jeweils zwei Schulstunden lang Besonderheiten über das Leben der Tiere im Winter kennen.

Die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin, die zahlreiche Tierpräparate im Anhänger der Kreisjägerschaft Coesfeld mitgebracht hatte, erläuterte beispielsweise mit Hilfe eines braunen und eines weißen Hermelins den Fellwechsel dieses Tieres aus der Familie der Marder im Frühjahr bzw. im Herbst. Die Tatsache, dass das weiße Fell bei Schneefall im Winter als Tarnung dient, war den Schülern bekannt, dass die Schwanzspitze aber immer dunkel bleibt, war neu. Mit Interesse nahmen die Schüler auch die Information auf, dass früher ca. 150 Tiere ihr Leben lassen mussten, damit daraus ein Mantel für einen König genäht werden konnte. Anhand der dunklen Punkte, der Schwanzspitzen nämlich, konnte man zählen, wie viele Felle dafür verarbeitet wurden.

Das Präparat eines Dachses - die Schüler durften dieses auch halten und streicheln – stand stellvertretend für ein Tier, das Winterruhe hält. Die Jägerin erklärte geduldig, dass der Dachs zwar eigentlich mit Fuchs und Kaninchen verfeindet sei, die drei Tierarten jedoch während der Winterruhe den sogenannten „Burgfrieden“ halten und miteinander eine Höhle bewohnen.

Auch über Rehe – die Feinschmecker unter den wild lebenden Tieren – referierte Maria Weckendorf ausführlich. Während sie im Frühjahr am liebsten frische Rosenknospen und grüne Triebe fressen, werden im Winter Futterkrippen mit Heu von der Jägerschaft im Wald aufgestellt, um den Tieren das Überwintern zu erleichtern. Über die Problematik, dass aktuell viele Rehe in Autounfälle verwickelt sind, wussten viele Schüler zu berichten. Die Jägerin, die sich auch als Tierschützerin versteht, wies ihre Zuhörer darauf hin, dass es wichtig sei, im Falle eines Unfalles die Polizei zu verständigen. Diese wiederum benachrichtige den zuständigen Jäger, der das verletzte Tier ggf. erschieße, damit es nicht tagelang qualvoll in einem Straßengraben liegen müsse, denn „das ist Tierquälerei“.

Besonders lehrreich waren die Ausführungen über den Kuckuck. Die Referentin stellte dar, dass dieser Zugvogel auch aufgrund des Klimawandels vom Aussterben bedroht sei. Üblicherweise kehre der „Nestschmarotzer“ nämlich erst Ende April aus seinem Winterquartier ins Münsterland zurück, um seine Eier fremden Vögeln ins Nest zu legen und von ihnen aufziehen zu lassen. Da die Winter jedoch immer wärmer werden und diese Vögel immer früher mit Nestbau und Aufzucht beginnen, komme der Kuckuck zu spät und verpasse den richtigen Zeitpunkt für das „Unterjubeln“ seiner Eier. Außerdem fehle ihm durch den Rückgang der Schmetterlingspopulation seine bevorzugte Speise: die Raupen.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte die begleitende Lehrerin Daniela Smolka fest, dass „die Schüler konzentriert und begeistert bei der Sache waren. Selbst das Verladen der Tierpräparate im Anhänger auf dem Schulhof bereitete den Schülern großes Vergnügen!“

Text und Foto: Daniela Smolka