Sucht-Sehnsucht Projekttag

suchttag_2018
suchttag_2018

Sucht-Sehnsucht, was hat das miteinander zu tun? Vielleicht die Sucht nach dem Leben, sich lebendig fühlen wollen, gute Gefühle haben und schlechte Erfahrungen vergessen wollen.

Auf diese Gedanken basierend ist der diesjährige Sucht-Sehnsuchttag an der Liebfrauenschule konzipiert worden. Und dass Dieses alles Sinn macht zeigt der im Juni veröffentlichte Weltdrogenbericht. Demnach ist der Drogenkonsum im Jahr 2016 um 10% gestiegen. Und entsprechend zur Nachfrage ist auch das Angebot gestiegen.

Zunächst hieß es für alle Achterklassen sich auf eine Lesung einzulassen. Und das hat Hermann Wenning geschafft. Ausschnitte aus seinen autobiographischen Büchern „Lauf zurück ins Leben“ und „Versoffene Jugend“ gepaart mit Erklärungen und Fragen an die Schüler ließen diese zwei Stunden aufmerksam beim Thema bleiben.

Danach ging es in sieben verschiedene Workshops, von den jeder Schüler an zweien seiner Wahl teilnehmen konnte. Beim Schulsozialarbeiter und Medienpädagoge Johannes Jötten standen die Sozialen Netzwerke und deren Chancen und Gefahren bis zur Suchtproblematik im Mittelpunkt. Hans–Uwe Hahn, Leiter der Kreuzbundgruppe Nottuln, ging auf das Suchtpotential der Volksdroge Alkohol ein, was bei den Schülern durch den experimentellen Ansatz zu der einen oder andere neuen Erkenntnis  führte. Christoph Ihmenkamp, Sportlehrer an der Schule, ließ die Schüler spüren was Sport alles bewirken kann; Stressabbau, ein Gemeinschaftsgefühl haben, Aggressionsabbau und erlangen eines Glücksgefühls. Schließlich setzt Sporttreiben Glückshormone frei.

Ebenso im präventiven Bereich waren die Schüler mit Angela Saget, Religionslehrerin, unterwegs. Hier ging es um Achtsamkeit, sich selber spüren und versinken in das Hier und Jetzt. Das abschließende Autogene Training führte so manchen Schüler in das Reich der Träume. Essgenüsse standen bei Philipp Voß, Hauswirtschaftslehrer, im Mittelpunkt. Durch Schönheitsideale und Überangebote an Lebensmitteln entgleist Essverhalten manchmal in eine Suchtschiene, egal ob Magersucht oder Bulimie.

Lioba Krüger und ihre Kollegin von der AWO Sucht- und Drogenberatungsstelle im Kreis Coesfeld informierten über ihre Arbeit und stellten auch ihre Programme vor, die von der Beratung, über die Betreuung jugendlicher Drogenkonsumenten, Elternberatung bis zu einem Programm für Kinder suchtkranker Eltern reichen. Im Treffpunkt Nottuln konnten die Schüler mittels „Alkoholbrillen“ selber erfahren, zu welchen Sinneseintrübungen Alkoholkonsum führt. Hier führten Carla Möllers vom Treffpunkt Nottuln und Petra Nachbar, Suchtpräventionsstelle der Caritas Coesfeld die Schüler spielerisch durch das Programm geführt haben, welches diese immer wieder zu eigenen Stellungnahmen herausforderte.

Die Evaluierung des Sucht-Sehnsuchtprojektes in einer Klasse mit vielen positiven Rückmeldungen bestätigt die Sinnhaftigkeit dieses Tages und bestärkt Christiane Schabos in ihrer Arbeit, so dass auch im nächsten Jahr die Jahrgangsstufe 8 in diesen Genuss kommen soll.