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Amnesty Briefmarathon

D.Smolka (li) hält stolz den Stapel mit 671 Briefen, der an Amnesty International weitergeleitet wird. C.Klingeberg (Mitte) und R.Koschick (re) zeigen die Bilder von Nassima Al-Sada und Gustavo Gatica, für die sich die Schüler besonders eingesetzt haben.
D.Smolka (li) hält stolz den Stapel mit 671 Briefen, der an Amnesty International weitergeleitet wird. C.Klingeberg (Mitte) und R.Koschick (re) zeigen die Bilder von Nassima Al-Sada und Gustavo Gatica, für die sich die Schüler besonders eingesetzt haben.

Liebfrauenschule engagiert sich für Menschenrechte

Schüler nehmen am Amnesty Briefmarathon teil

Jedes Jahr im Dezember beteiligen sich weltweit Millionen Menschen am Amnesty Briefmarathon. Anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember – an diesem Tag wurde 1948 die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ auf Initiative der Vereinten Nationen unterzeichnet – nahmen nun auch etliche Klassen der Liebfrauenschule an dieser Kampagne teil, angebunden an den Religionsunterricht, die Politik- oder Klassenlehrerstunde.

Mit den Briefen, die die Schülerinnen und Schüler geschrieben haben, unterstützen sie weltweit Menschen in Not und Gefahr. Sie drücken darin ihre Solidarität mit Menschen aus, deren Rechte verletzt werden, und appellieren an Regierungen, die Menschenrechte zu achten. Wie die Beispiele aus den Vorjahren zeigen, bewirken die Briefe Freilassungen, verhindern Folter, schützen Menschen und retten Leben.

In diesem Jahr hatte Amnesty International insgesamt zehn Personen vorgeschlagen, gegen deren Menschenrechte eklatant verstoßen wird. Die Fallbeispiele stammen aus den unterschiedlichsten Ländern wie Südafrika, Pakistan, Burundi, Kolumbien, Algerien, selbst aus dem europäischen Malta. Besonders empörten sich die Schülerinnen und Schüler über die Menschenrechtsverstöße beim Chilenen Gustavo Gatica und Nassima Al-Sada aus Saudi-Arabien.

Der Student Gustavo Gatica protestierte gegen Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr und soziale Ungleichheit. Bei Demonstrationen in der chilenischen Hauptstadt Santiago schoss die Polizei mit gummiummantelten Schrotkugeln in die dichte Menschenmenge. Der Student wurde in beide Augen getroffen und erblindete dauerhaft. Er muss nun für immer mit den Folgen der Polizeigewalt leben. Mit den Briefen wird Gerechtigkeit gefordert. Die Führungskräfte, die die Schüsse angeordnet haben, sollen zur Verantwortung gezogen werden und der gefährliche Missbrauch von Waffen und Munition soll in Zukunft verhindert werden.

In Saudi-Arabien setzte sich Nassima Al-Sada jahrelang dafür ein, dass Frauen frei leben können, beispielsweise Auto fahren und alltägliche Angelegenheiten ohne Erlaubnis eines männlichen „Vormunds“ regeln dürfen. Sie bezahlte ihr Engagement mit ihrer Freiheit. Obwohl die Gesetze in den vergangenen Monaten gelockert wurden, sitzt die Aktivistin seit Juli 2018 in Haft, zeitweise sogar in Einzelhaft und mit starken Kontaktbeschränkungen zu ihrer Familie und zu ihren Mitgefangenen. Im Rahmen des Briefmarathons wird der saudische König aufgefordert, Nassima Al-Sada und andere Frauenrechtlerinnen sofort und bedingungslos freizulassen.

In einer aktuellen Pressemitteilung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa beklagt Amnesty International, dass sich die Menschenrechtslage zwar über Jahrzehnte kontinuierlich verbessert habe, in der Corona-Krise aber das Rad der Zeit zurückgedreht werde. Diese Rückwärtsbewegung verstärke sich nach Aussage des Amnesty-Deutschlandchefs Markus Beeko auch durch die Zunahme autoritärer Regierungen.

Die Liebfrauenschule freut sich deshalb umso mehr, mit 671 Briefen einen Beitrag zur Verbesserung der Menschenrechtssituation zu leisten. Organisatorin Daniela Smolka teilt mit: „Gerade noch rechtzeitig vor der partiellen Schulschließung haben wir es geschafft, so viele Schüler für die Aktion zu mobilisieren und auf Menschenrechtsverstöße aufmerksam zu machen. Viele haben schon zum wiederholten Male mitgemacht, ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten!“

Text und Foto: Daniela Smolka