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Soziales Training in Jahrgang 9

Beim Sozialen Trainingstag der Klasse 9d diskutiert Moderator Andreas Hoffmann (rechts) mit Schülerinnen und Schülern das Ergebnis einer Gruppenaufgabe.
Beim Sozialen Trainingstag der Klasse 9d diskutiert Moderator Andreas Hoffmann (rechts) mit Schülerinnen und Schülern das Ergebnis einer Gruppenaufgabe.

Miteinander statt aneinander vorbei

Auf der Basis der Auswertung einer ausführlichen Schülerumfrage am Ende des letzten Schuljahres in Zusammenarbeit mit dem Institut IQES (Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation an Schulen) zur Pandemiephase hat die Jahrgangsstufe 9 der Liebfrauenschule pro Klasse einen Sozialen Trainingstag absolviert. Die Ergebnisberichte der Schüler- und auch Elternumfrage können ab der nächsten Woche auf der Homepage der Schule unter Aktuelles eingesehen werden.

Der anonymisierte Auswertungsreport der Umfrage, die von Lehrerin Christiane Schabos unter Mitwirkung ihres Kollegen Lukas Sperle erarbeitet wurde, hat gezeigt, dass die jetzigen Klassen 9 ihre Orientierung, ihre Perspektive aus den Augen verloren haben. Sie wünschten sich mehr Rückmeldung und Unterstützung von Freunden, Lehrern und Eltern und fühlten sich oft alleingelassen, waren unglücklich und unzufrieden. Sie verbrachten deutlich mehr Zeit am Handy und hatten weniger soziale Kontakte, wodurch sie sich manchmal einsam fühlten.

Um diesen psychosozialen Zustand entgegenzuwirken hat Andreas Hoffmann, Moderator des Instituts für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung, in Zusammenarbeit mit der Schule ein Tagesprogramm entwickelt. Hierbei ging es im Wesentlichen um Deeskalation von Gruppenkonflikten, gemeinsam Schwächen aufzufangen, anstatt aufeinander herumzuhacken und um das miteinander Reden statt aneinander vorbei. Konkret wurden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen eingeteilt. Zunächst erhielt jedes Mitglied die Aufgabe, Dinge zu benennen, die für seine Stadt wichtig sind, z. B. ein Park oder ein Kaufhaus. Nachdem jeder seine persönliche Liste formuliert hatte, mussten sich die Gruppenmitglieder auf eine gemeinsame Liste verständigen und dabei ggf. Kompromisse schließen. Daraufhin sollte diese Stadt zeichnerisch dargestellt werden (siehe Foto). Für den Trainer war die Aufgabe eine ganz andere, nämlich die Gruppendynamik zu beobachten und Verhaltensmuster zu identifizieren, denn nur dann können Verhaltensänderungen möglich werden.

Wie auch beim Sozialen Trainingsprogramm der Jahrgangsstufe 8 ist auch hier ein erlebnispädagogischer Ansatz gewählt worden. Die anonymen Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zu dem Tag haben gezeigt, dass trotz der unbeschwerten Atmosphäre hart gearbeitet wurde. Eine Äußerung lautete beispielsweise: „Es war anstrengend, weil die Klasse laut war und jeder sich gefühlt hat wie der Boss.“ Die Resonanz war jedoch überwiegend positiv, wobei viele zum Ausdruck gebracht haben, dass die Teamarbeit gestärkt wurde. Und das so spielerisch, dass auch der Spaß am Tun nicht verloren ging. „Ich fand es sehr cool. Wir haben als Team gearbeitet,“ so das Feedback.

Text: Christiane Schabos und Daniela Smolka

Foto: Liebfrauenschule/Daniela Smolka