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Sportunterricht einmal anders

Handicapbrillen können verschiedenste Seheinschränkungen simulieren.
Handicapbrillen simulieren verschiedenste Seheinschränkungen.

Die Klasse 08a hat sich auf den Weg durch die Schule und dem Schulgelände gemacht. ???, warum das denn, alle Schülerinnen und Schüler kennen doch längst das Schulgebäude und das Schulgelände. Aber dieses Mal war es doch irgendwie anders. Die Schülerinnen und Schüler waren mit sogenannten Handicapbrillen ausgestattet. Diese Brillen simulieren verschiedenste Seheinschränkungen. Ich habe die Brillen auf der Berufsbörse an dem Stand der Christopheruskliniken entdeckt und bin darüber mit Ramona Kinst, Vertreterin der Kliniken am Berufsbörsenstand und Mutter ehemaliger Schüler, ins Gespräch gekommen. So war es auf unkomplizierte Weise möglich, sich die Brillen über Herrn Wiebrecht, Mitglied des Fördervereins, einmal auszuleihen. Vielen herzlichen Dank noch einmal an den Förderverein der Christopheruskliniken. Die Idee mit diesen Brillen entstand, weil eine Schülerin dieser Klasse den Förderschwerpunkt Sehen hat. So habe ich zunächst ein Gespräch mit Edgar Raufeisen, dem betreuenden Förderschullehrer und der Schülerin selbst geführt. Beide fanden die Idee gut.

Ziel war es, den Mitschülern „vor Augen zu führen“, wie schwierig die Orientierung im Raum ist, wenn das Sehen nur eingeschränkt möglich ist. Und das hat auch geklappt, die Schüler waren je nach Brillentyp mehr oder weniger orientierungslos und somit z.T. auch hilflos und auf die Mitschüler angewiesen. Besonders schwierig wurde es, als auch noch Bälle ins Spiel kamen. Da war es ihnen kaum oder gar nicht möglich, diese zu fangen. Und Bälle im Sportunterricht sind ja nur eine von vielen Schwierigkeiten, die Schülern mit Sehhandicap bewältigen müssen. Da gibt es die Hürden im Raum oder die Hochsprunglatte. Da soll man sich bei „Radschlag“ auf seine Hände stellen, wo es auf den Füßen doch schon schwierig ist.

Diese Erfahrung der sonst vollständig sehenden Schüler war für viele eine völlig neue und ein echter Gewinn für jeden Einzelnen und für die gesamte Klasse, da durch das Selber- Erleben das Verständnis für all die Hindernisse im Sportunterricht bei einem Sehhandicap nun besser nachvollzogen werden kann.

Text und Fotos: C. Schabos